Physiotherapie


Eine Behandlung bei mir setzt sich aus folgenden Bausteinen zusammen:

 

  • Die Anamnese: Wir besprechen den Grund des Besuches sowie die für die momentane Situation wichtigen Dinge, wie z.B. den Gesundheits- und Trainingszustand des Pferdes, eventuell auch die Haltung, Fütterung, den Trainingsplan oder die Eignung von Sattel und Zaumzeug.
  • Die Adspektion: Hier wird das Gebäude und der momentane Gesamtzustand des Pferdes betrachtet: was ist genetisch angelegt, womit muss das Pferd „leben“ und wie geht man damit am besten um, wo handelt es sich um akute oder erworbene körperliche Symptome, die sich hoffentlich Verbessern oder Umkehren lassen.
  • Die Palpation: Die Therapeutenhand fühlt, wie sich die Gewebe und die knöchernen Strukturen anfühlen, wo es Auffälligkeiten gibt oder Hinweise auf Probleme wie Verspannungen, Entzündungen oder Blockierungen.
  • Die Diagnose durch Funktionstests: Als Therapeutin prüfe ich die Beweglichkeit der einzelnen Körperabschnitte und Gelenke. Hier geht es nicht alleine darum, wie weit die Bewegungsamplitude ist (die Beweglichkeit wird bei jedem älteren Pferd mehr oder weniger eingeschränkt sein, das lässt sich kaum vermeiden), sondern es geht um die Qualität der Bewegung, d.h. ob das Pferd eine Bewegung geschmeidig und harmonisch innerhalb des ihm möglichen Bewegungsrahmens ausführen kann.
  • Die Ganganalyse: Frei laufend oder an der Longe sehen der Besitzer und ich uns das Pferd in der Bewegung an. Hier werden die zuvor festgestellten Hinweise überprüft. Erst durch das Gangbild ist eine Bewertung der Symptome und ein Erkennen der Zusammenhänge möglich.
  • Die Behandlung: Je nach Befund werden der Behandlungsschwerpunkt und die hierfür am sinnvollsten anzuwendenden Techniken ausgesucht. Zuerst werden die oberflächlichen Muskeln mit ihren Fascien behandelt. Sind diese entspannt, ist es möglich tiefer zu gehen und die gelenksnahe Muskulatur zu behandeln, die oft mitverantwortlich ist für die sogenannte „Blockierung“ von Gelenken. Jetzt ist es möglich, dem Gelenk „ein Angebot zu machen“ sich in der nun wieder entspannten, funktionsfähigen Muskulatur in gesundem Maß zu bewegen.

  • Das Wichtigste bei all meinen Behandlungen ist, dass sie für das Pferd schmerzfrei ablaufen!


    Hier ein paar Eindrücke aus der Praxis:



      
    Funktionsdiagnostik der Halswirbelsäule 
    Das Pferd hat kein Schlüsselbein,
    starke Muskeln halten die Vordergliedmaßen am Rumpf.
    Es tut gut, wenn diese Muskeln entspannen!
    Gesunde Sehnen haben keine Verklebungen oder Verdickungen, lassen sich getrennt tasten und sanfter Druck ist nicht schmerzhaft.
    Die genicknahe Muskulatur ist bei Problemen mit Rücken oder Vorhand
    oft verspannt.
    Sichtbare Entspannung :-)


    Nie werde ich mit "Hauruck" oder plötzlichen groben Handgriffen meine Pferdepatienten „überfallen“. Meine Erfahrung ist, dass sich auch anfangs skeptische Pferde nach kurzer Zeit auf meine Behandlung einlassen und sehr deutlich zeigen, was ihnen gut tut und an welchen Stellen sie gerade empfindlich und daher weniger tolerant sind. Dort muss ich als Behandler besonders vorsichtig sein. Ein Pferd hat IMMER einen Grund!

    Und immer hat sich bewahrheitet: Weniger ist mehr! Je schmerzhafter, je empfindlicher eine Stelle ist, desto sanfter muss die Behandlung sein. Obwohl die Pferde so große Wesen sind, reagieren sie hochsensibel - wie sensibel, verblüfft mich immer wieder.